Bibelstechen

Das Bibelstechen ist ein uralter Brauch, der früher in bäuerlichen Familien zum allabendlichen Zeitvertreib, aber auch bei der Suche nach konkreten Antworten auf heikle Lebensfragen angewendet wurde. Man legte hierzu eine geschlossene Bibel vor sich auf den Tisch und stach mit einer stumpfen Stricknadel vorsichtig in irgendeine Seite. Dann öffnete man die Bibel an genau derselben Stelle, in die man „gestochen“ hatte, und las den entsprechenden Vers oder Psalm laut vor. Einem alten Glauben nach sollte gerade dieser Vers eine Beziehung zur gegenwärtigen Situation aufweisen und Hilfestellung geben – denn Zufälle gäbe es nicht.